Technisches Konzept

Das technische Konzept zeigt Methode, Personal und Qualitätssicherung eines Bieters. Es entscheidet oft mehr als der Preis. Aufbau und Hinweise für KMU.

Aktualisiert am 5. September 2026

Das technische Konzept – je nach Vergabestelle auch Ausführungs-, Qualitäts- oder Leistungskonzept genannt – ist der Teil des Angebots, in dem ein Bieter darlegt, wie er den Auftrag ausführen will: Organisation, Personal und Geräte, Methodik, Terminplan, Qualitäts-, Arbeitsschutz- und Umweltmaßnahmen. Auf dieser Grundlage bewertet der Auftraggeber die Qualität des Angebots.

Wie es funktioniert

Der Zuschlag ergeht auf das wirtschaftlichste Angebot; das beste Preis-Leistungs-Verhältnis wird über mehrere Zuschlagskriterien ermittelt, in einfachen Fällen auch allein über den Preis. Sobald ein Qualitätskriterium existiert, ist das technische Konzept dessen wichtigster Beleg.

Die Bewerbungsbedingungen legen fest, was erwartet wird: Gliederung, Seitenzahl, vorgegebene Antwortformulare, Unterkriterien und deren Gewichtung. Manche Vergabestellen geben einen Fragebogen vor, andere lassen die Darstellung frei.

Das Konzept ist Bestandteil des Angebots. Häufig wird es ausdrücklich zum Vertragsbestandteil erklärt, sodass die darin zugesagten Fristen, Personalstärken und Geräte während der Ausführung eingefordert werden können. In Österreich gilt dasselbe Prinzip; die Bewertungsmatrix wird dort meist in den Ausschreibungsunterlagen nach ÖNORM A 2050 offengelegt.

Was das für ein Unternehmen bedeutet

Das technische Konzept entscheidet oft darüber, ob ein KMU gegen einen billigeren Wettbewerber gewinnt. Einige Regeln:

  • Antworten Sie auf die Leistungsbeschreibung und die Unterkriterien in genau der Reihenfolge und mit denselben Überschriften, die der Auftraggeber vorgibt. Das erleichtert die Bewertung.
  • Werden Sie konkret und auftragsbezogen: Namen der eingesetzten Personen, tatsächlich verfügbare Geräte, ein an die Baustelle angepasster Terminplan. Ein Textbaustein-Konzept ist in wenigen Zeilen erkennbar.
  • Liefern Sie Nachweise: Lebensläufe, Datenblätter, Zertifikate, Fotos vergleichbarer Projekte.
  • Halten Sie Seitenzahl und Format strikt ein.
  • Sagen Sie nur zu, was Sie halten können, denn das Konzept bindet Sie.

Erstellen Sie je Tätigkeitsfeld ein Grundkonzept und passen Sie es ernsthaft an jede Ausschreibung an. Der Aufwand sollte im Verhältnis zur Gewichtung des Qualitätskriteriums stehen.

Beispiel

Eine Stadt in Rheinland-Pfalz schreibt die Sanierung des Dachs ihrer Stadthalle als Unterschwellenvergabe mit einem geschätzten Wert von 145.000 € netto aus. Die Bewerbungsbedingungen gewichten Preis und Qualität mit je 50 %; die Qualität wird über drei Unterkriterien bewertet: Methodik und Terminplan, Personal und Geräte, Abfall und Arbeitssicherheit. Ein Dachdeckerbetrieb reicht ein zwölfseitiges Konzept ein, mit wochenweisem Terminplan, dem Namen des Vorarbeiters und seiner beiden Gesellen, den Daten des Gerüsts und einem Verwertungsweg für die Altschiefer. Er erhält die beste Qualitätsnote und den Zuschlag, obwohl sein Preis 4 % über dem günstigsten Angebot liegt.

Häufige Fragen

Wird immer ein technisches Konzept verlangt?

Fast immer, sobald ein Qualitätskriterium besteht. Bei einfachen Beschaffungen, die allein über den Preis entschieden werden, entfällt es oder schrumpft auf wenige Fragen.

Kann man ein Konzept mehrfach verwenden?

Als Grundlage ja. Jedes Konzept muss aber auf den konkreten Auftrag zugeschnitten werden, sonst drohen schlechte Noten und Glaubwürdigkeitsverlust.

Bindet das Konzept das Unternehmen?

Ja, wenn es zum Vertragsbestandteil erklärt wird, was häufig der Fall ist. Zugesagte Mittel und Fristen werden dann zu Vertragspflichten.

Verwandte Begriffe

Glossar der öffentlichen Auftragsvergabe